50 Jahre B.E.

Geschichte der B.E. von den Anfängen bis heute ...

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Eine (nicht ganz so) kurze Geschichte des Kanusport und der B.E.

Erste Anfänge

Als Geburtsstunde des touristisch geprägten Kanu-Freizeitsportes, wie wir ihn heute kennen, gilt das Jahr 1865: Damals weckte der Schotte John MacGregor mit seiner Reisebeschreibung „Tausend Meilen im ‚Rob Roy’ Canoe: Auf Flüssen und Seen Europas“ das Interesse seiner abenteuerlustigen Zeitgenossen an Flussreisen. John MacGregor reiste allein – er war damit der erste (wenn auch nicht bayerische) „Einzelpaddler“ der Welt. Kanusport zu dieser Zeit war jedoch eine ziemlich aufwendige und vor allem teure Angelegenheit: Angefangen vom Landtransport des starren, hölzernen Kajaks bis hin zur europäischen Kleinstaaterei mit ihren vielen Grenzen und bürokratischen Hindernissen mussten die ersten „Kanusportler“ einen aus heutiger Sicht unvorstellbaren zeitlichen und finanziellen Aufwand treiben, den nur Zeitgenossen aus dem (Geld-)Adel aufbringen konnten. So verblieb der Kanusport für ein halbes Jahrhundert in der Nische eines Zeitvertreibs wohlhabender Exzentriker bzw. eines Hilfsmittels für Forschungsreisende in Nordpolargebieten wie Fridtjof Nansen und Roald Amundsen.

Die Faltboot-Ära

Erst die Erfindung eines Leinen-Kajaks mit zerlegbarem Holzgerippe eines aus Metz stammenden Architekturstudenten brachte schließlich die Wende: Mit der viel beachteten Fahrt von Alfred Heurich auf der Isar von Bad Tölz bis München am 30. Mai 1905 rückte ein robustes und leicht transportables Sportgerät in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses, welches den Kanusport aus der Nische heraus zum Breitensport katapultieren sollte: Nach dem Verkauf der Patente an den Rosenheimer Schneidermeister Johann Klepper im Jahr 1907 wurde der „Hadernkahn“ durch diesen weiter perfektioniert und in industriellem Maßstab gefertigt.

Mit dem nunmehr auch für den bürgerlichen Mittelstand erschwinglichen Faltboot fand der Kanusport in der freien Natur schnell weite Verbreitung. So gründete der Alpinist Dr. Dessauer im Jahr 1909 eine ‘Sektion für Wassersport’ im Deutschen Alpenverein, deren Leitung der Münchner Lehrer Hällmayr übernahm. Auch die Gründung anderer Münchner Kanuvereine (wie z.B. des DTKC im Jahr 1912) sowie einiger Kanuabteilungen von Mehrsparten-Sportvereinen (wie z.B. des TSV 1860 München) fällt in diese Zeit. Mit der Gründung des „Deutschen Kanu-Verbandes“ am 15. März 1914 in Hamburg sowie seines „Donau- oder auch Bayernkreises“ im Jahr 1920 entstand im Deutschen Kanu-Verband langsam die heute noch übliche, föderale Struktur mit Landes-Kanuverbänden (die im ursprünglichen Sinne eigentlich nur Vereine als Mitglieder haben), welche die formelle Voraussetzung für eine Unterscheidung zwischen mehr gemeinschaftsorientierten „Vereinskanuten“ und mehr individualistischen „Einzelpaddlern“ bildet. Allerdings dürfte der Bedarf für eine Einzelmitgliedschaft in den Anfangsjahren des Kanusportes eher gering gewesen sein – ist Kanusport doch von seinem Wesen her eigentlich ein Gruppensport, der bis heute nur in Ausnahmefällen wirklich „allein“ betrieben wird. Darüber hinaus war die rasante sportliche Entwicklung der ersten Jahre sehr stark durch nicht formal organisierte Gruppen aus dem Umfeld der Hochschulen geprägt. Diese brachten nicht nur viele der durch ihre Erstbefahrungen von Alpenflüssen bekannten „Faltboot-Pioniere“ hervor, sondern auch den einen oder anderen Verein. Bestes Beispiel hierfür ist wohl Carl J. Luther (genannt „CIL“), einer der besten Kanusportler seiner Zeit und Autor einiger Klassiker der Faltboot-Literatur. Er war gleichzeitig einer der Gründerväter der 1912 in München gegründeten Faltbootabteilung des „Deutschen Touring-Clubs“, welche unter dem Namen „Deutscher Touring-Kajak-Club“ (DTKC) heutzutage einer der ältesten Deutschen Kanuvereine ist. Carl J. Luther ist darüber hinaus auch als Initiator der 1921 erstmals durchgeführten „Isarregatta“ in die Annalen des Bayerischen Kanusportes eingegangen.

Die ersten Bayerischen Einzelpaddler

Obwohl entsprechende Unterlagen fehlen, können wir davon ausgehen, dass es bereits sehr früh „Einzelpaddler“ gab: Aktenkundig ist jedenfalls, dass der „Kreistag des Bayernkreises“ per Beschluss im Jahr 1924 die Einzelpaddler abschaffte „ ... da sie schwer zu erreichen und sportlich nicht zu kontrollieren ...“ waren. Wann und wie die Einzelpaddler des Bayernkreises entstanden sind, wie sie organisiert waren und verwaltet wurden, ist jedoch leider unbekannt. Generell war diese Anfangszeit von geradezu chaotischer (aber auch kreativer!) Vielfalt und von einem ständigen Kommen und Gehen von Sportgemeinschaften geprägt:
So gründete sich z.B. am 19. Juni 1922 neben dem „Deutschen Kanu Verband“ auch ein „Verband Deutscher Faltbootfahrer“, welcher sich 1925 wieder auflöste und im „Bayernkreis des DKV“ aufging. Auch die „Einzelpaddler“ nahmen am 17. Juni 1927 mit Gründung der „Vereinigung Bayerischer Einzelpaddler e.V.“ unter ihrem Obmann Anton Eigenherr einen zweiten Anlauf, der jedoch durch Selbstauflösung der Vereinigung (aus heute unbekannten Gründen) per Beschluss der Mitgliederversammlung vom 14. November 1930 wieder endete.

Danach verläuft sich jegliche Spur der „Einzelpaddler“ in den dunklen Zeiten des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges, um erst nach danach wieder sichtbar zu werden.

Bereits im Jahr 1948 ist eine „Bayerische Einzelpaddler-Vereinigung“ innerhalb des Bayerischen Kanu-Verbandes (BKV) aktenkundig, welche als lockere, verbandsinterne Gruppierung unter Führung des langjährigen BKV-Verbandswanderwartes Max Schmid die Einzelmitglieder des Verbandes zusammenfasste. Diese Bayerische Einzelpaddler-Vereinigung war zwar kein eingetragener Verein, zählte jedoch bereits nach kurzer Zeit zu einer der mitgliederstärksten Gruppierungen des Verbandes. Wesentlicher Grund für das gute Gedeihen der „Einzelpaddler-Gruppe“ war dabei ganz eindeutig Max Schmid selber, der es verstand, „seine“ Einzelpaddler durch Informationsschreiben und organisierte Verbands-Wanderfahrten in den Verband zu integrieren und eine eigene Gruppenidentität zu schaffen. Über die Jahre bildete sich somit eine immer größer werdende Gruppe von Einzelmitgliedern heraus, die sich regelmäßig immer wieder zu Kanuwanderfahrten und sogar Vereinsabenden traf.

1962 - Gründung der Bayerischen Einzelpaddler-Vereinigung e.V.

Nach kontroversen Diskussionen über die Einzelmitglieder im Bayerischen Kanu-Verband initiierte Max Schmid schließlich die Gründung einer rechtlich eigenständigen Vereinigung – Auslöser war wohl der Wunsch, die Zugehörigkeit der Einzelmitglieder im Verband eindeutig zu regeln und diese den „normalen“ Vereinsmitgliedern formal gleichzustellen.
Die Gründungsversammlung fand am 12. Januar 1962 im „Postgarten“ (inzwischen zur McDonald’s Filiale umgebaut) in der Zweibrückenstraße 8 in München (unweit der Isar) statt. Laut Niederschrift zur Gründung nahmen insgesamt 72 Personen an der Veranstaltung teil, auf welcher neben der Satzung auch die Mitgliedsbeiträge verabschiedet wurden:
„Erwachsene“ zahlten 14 DM pro Jahr, die (noch völlig unemanzipiert als „Ehefrauen“ bezeichneten) erwachsenen Zweitmitglieder 7 DM. Für Jugendliche ab 14 Jahren wurden 7 DM, für Schüler/Jugendliche unter 14 Jahren immerhin noch 6 DM als Jahresbeitrag erhoben.
Als Gründungsvorstandschaft wurden (einstimmig) gewählt:
1. Vorsitzender: Karl Ramsteiner aus Gröbenzell
2.Vorsitzender: Kurt Kunze aus München
Schriftführer und Kassenwart: Max Schmid aus München
Wanderwart: Günter Völkner aus Olching
Jugendwart: Florian Ulmer aus München

Mit Eintragung der „Bayerische Einzelpaddler-Vereinigung e.V.“ unter der Vereinsnummer VR 6476 beim Amtsgericht München am 15. Februar 1962 wurde dann die heutige Organisationsform der Bayerischen Einzelpaddler (B.E.) geboren. Eine solche Organisation der Einzelmitglieder eines Landes-Kanuverbandes als eingetragener Verein gibt es außer in Bayern nur noch in drei weiteren Landes-Kanuverbänden: Berlin, Sachsen und Württemberg. Außer in Bayern führen diese Einzelpaddler-Vereine jedoch in der Regel ein Nischen-Dasein in ihren jeweiligen Landes-Kanuverbänden und haben nur relativ wenige Mitglieder.

Die wilden Anfangsjahre

Die Gründung der B.E. dagegen war von Anfang an ein voller Erfolg: Aufgrund der langjährigen Vorarbeit von Max Schmid und der engen Verbundenheit der Einzelpaddler mit seiner Person wechselten die Einzelpaddler praktisch geschlossen in den neuen Verein über. Bereits zum Ende ihres Gründungsjahres zählten die B.E. somit rund 390 Mitglieder, davon 22 Jugendliche. Bemerkenswert diesbezüglich ist, dass Max Schmid selbst nie Mitglied der Einzelpaddler war und wurde, sondern bis zu seinem Tod am 30. Dezember 1975 seinem ursprünglichen Heimatverein, dem DTKC München, treu blieb. Ebenfalls um 1962 herum entstand die Urform des heutigen B.E.-Wimpels, der „B.E.-Wandervogel“. Schöpfer des ursprünglichen Entwurfes war das damalige B.E.-Mitglied Roland Lindemann, ein bekannter Kunstmaler, der aber leider (wie viele seiner berühmten Kollegen) später völlig verarmt starb. Bei seiner Gestaltung des B.E.-Wimpels scheint Roland Lindemann auf die gemeinsamen Wurzeln der „Einzelpaddler“ in der Tradition der Wandervogel-Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts zurückgegriffen zu haben, sind neben der Entstehungszeit doch weitere Parallelen zum Kanusport als Natursportart und speziell auch den ersten Individual-Kanusportlern/„Einzelpaddlern“ kaum zu übersehen: (Fluss-) Wandern in der freien Natur als verbindendes Element einer (Sport-) Gemeinschaft und Ausdruck ihrer Sehnsucht nach einem eigenbestimmten, freiheitlichen und romantisch geprägten Lebensstil – ohne die damals in den Sportvereinen preußischer Tradition üblichen stark hierarchischen Strukturen! Wie die Wahl des Nicht-B.E.-Mitglieds Max Schmid zum Kassenwart und Schriftführer im Jahr 1962 zeigt, waren die B.E. in den Anfangsjahren ein sehr unkonventioneller Verein, der es mit den Formalien des Vereinsrechts nicht sonderlich genau nahm: So fanden in den folgenden 13 Jahren (bis 1975) weder reguläre Neuwahlen noch formale Jahreshaupt­versammlungen statt! Gemeinschaft wurde im Rahmen von Vereins-/Verbandswanderfahrten und Vereinsabenden dennoch groß geschrieben.

Trotzdem - oder vielleicht auch gerade deshalb - wuchsen die Mitgliederzahlen kontinuierlich weiter an und überschritten irgendwann „unbemerkt“ die 600er-Marke. Aus heutiger Sicht bedeutet dies, dass die B.E. spätestens Ende der 60er Jahre zum mitgliederstärksten Verein im Deutschen Kanu-Verband wurde!

1975 - die B.E. wird erwachsen

Die B.E. und ihre Mitglieder jedoch entwickelten sich, unbelastet jeglicher Kenntnis dieser Sonderrolle, unbekümmert und unorganisiert weiter – bis es am 14. Januar des Jahres 1975 zur ersten, „Ordentlichen Mitgliederversammlung“ nach der Gründungsversammlung kam. Das „Erwachen“ der B.E. aus ihrem sorglosen Leben ohne jegliche Vereinsformalitäten war dramatisch:
Der langjährige Übervater der B.E., Max Schmid, wurde für seine intransparente Kassenführung heftig kritisiert und trat schließlich von seinen Ämtern zurück, die er (ungeachtet der fehlenden B.E.-Mitgliedschaft) bis dahin wahrgenommen hatte. Trotz eines versöhnlichen Schlusses der Versammlung, welche das Nicht-Vereinsmitglied Max Schmid sogar noch zum Ehrenvorsitzenden der B.E. ernannte, hat dieser die Vorwürfe bis zu seinem Tod am 30. Dezember 1975 wohl kaum verkraftet.
Mit der Wahl einer neuen Vorstandschaft unter dem 1. Vorsitzenden Hans Ritter markiert die Jahreshauptversammlung des Jahres 1975 den Übergang von den wilden Anfangsjahren in geordnete Verhältnisse - und mit der Anmietung der Bootshalle Nr. 34 an der Olympia-Regattastrecke in Oberschleißheim wurden die Einzelpaddler sogar ein klein wenig sesshaft!

Die B.E. als Organisator der Isarregatta in der Nachkriegszeit

Ebenfalls im Jahr 1975 übernahm die B.E. die Organisation der im Vorjahr wieder belebten Isarregatta und damit eine der größten Kanusport-Veranstaltungen Deutschlands mit einer einzigartigen Historie: Stellte die 1921 erstmals ausgerichtete Isarregatta doch symbolisch die Wiederholung der bereits erwähnten, historischen Befahrung der Isar am 30. Mai1905 durch Alfred Heurich dar. Als Reminiszenz an die Ursprünge des „modernen“ Deutschen Kanusportes waren die 50 Isar-Kilometer von Bad Tölz bis München-Thalkirchen sowohl bei den Kanurennsport-Aktiven als auch den Kanuwandersportlern ein fester Bestandteil ihrer jährlichen Wettkampf- bzw. Fahrtenplanung. Auch die Anfang Mai oft widrigen Wetterbedingungen verhinderten nicht, dass sich die Isarregatta für sportlich ambitionierte Kanuten aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus zum obligatorischen Treffpunkt im Frühjahr entwickelte. Mit der starken Beteiligung von bis zu 500 Paddlern erlangte die Isarregatta auch eine (für den Kanusport allgemein eher ungewöhnliche) Aufmerksamkeit und Berichterstattung in den Medien, wodurch die Veranstaltung schließlich in das Visier einiger Naturschutzverbände geriet. Speziell die Vertreter des Vogelschutzes beschworen das Schreckgespenst einer ernsthaften Gefährdung der Vogelbrut auf den Kiesbänken der Isarauen herauf, welche die sich insgesamt maximal 2-3 Stunden hinziehende, zügige Durchfahrt der Kanusportler angeblich verursachen würde. Trotz fehlender belastbarer Belege für eine derart massive Störwirkung wurde die zur Durchführung der Isarregatta seitens der unteren Naturschutz­behörde des Landratsamtes Bad Tölz erforderliche Genehmigung im Jahr 1994 und auch 1995 schlussendlich nicht erteilt. Endgültig im April 1995 scheiterte dann leider auch der Versuch der B.E. unter Führung ihres damaligen 1.Vorsitzenden Manfred Grübl, die Genehmigung auf dem Klageweg beim Verwaltungsgerichtshof München zu erreichen – womit nach 72 Jahren und insgesamt 38 Veranstaltungen (1921-1939 & 1974-1993) die Erfolgsgeschichte der Isarregatta ein abruptes und unglückliches Ende fand.
Wer heutzutage bei schönem Wetter die Isarauen zwischen Frühjahr und Herbst besucht und die Tausenden von Erholungs­suchenden und (Nackt-)Badenden bestaunt, welche überall die Ufer und Kiesbänke der Isar bevölkern, wird kaum nachvollziehen können, dass einige Stunden „Hochbetrieb“ mit wenigen Hundert Paddlern vor knapp 20 Jahren genügten, um eine der traditionsreichsten Kanusportveranstaltungen im deutschsprachigen Raum auf Dauer zu verbieten.

Für die B.E. war der Verlust „ihrer“ Isarregatta ein herber Schlag – auch wenn die kleine Gruppe der aktiven Organisatoren und Helfer über die Jahre zunehmend unter den immer intensiveren und zeitaufwendigeren Aktivitäten zur Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung zu leiden hatte. Auch generell vollzog sich nun ein Generationswechsel:
Die „Gründergeneration“ (Manfred Grübl, 1. Vorsitzender seit 1981, und Günter Völkner, Wanderwart seit 1962) traten in die zweite Reihe zurück und legten die Geschicke der B.E. am 7. Februar 1995 in die Hände ihrer Nachfolger Klaus Deichl und Uwe Tschierschke, welche die Erfolgsgeschichte nahtlos weiterführten.
Die beiden scheidenden Funktionsträger wurden auf einer Festveranstaltung am 28. März 1995 im Wappensaal des Hofbräuhauses am Platzl in München von rund 100 Mitgliedern der B.E. sowie von geladenen Gästen des Bayerischen Kanuverbands und des Bayerischen Landessportverbands noch einmal gefeiert und mit diversen Ehrungen in den verdienten Ruhestand entlassen.

Die B.E. wird ein eigener "Bezirk" im BKV

Mit der B.E. ging es in den Folgejahren stetig voran: Hatte der Bayerische Kanutag 1991 in Plattling auf Initiative von Manfred Grübl die Bayerische Einzelpaddler-Vereinigung e.V. (auch aufgrund ihrer Größe von stabil rund 800‑900 Mitgliedern) bereits offiziell in den Status eines eigenen BKV-Bezirks erhoben, näherte sich die Mitgliederzahl nun langsam aber sicher der magischen Tausender-Grenze. Insbesondere Herbert Knoll, der im Jahr 1999 die B.E. zuerst als stellvertretender Vorsitzender (ohne 1. Vorsitzenden), im Jahr 2000 dann als 1. Vorsitzender (ohne 2. Vorsitzenden) und nachfolgend weiter bis 2004 führte, konnte durch seine offene und aktive Kommunikation viele Kanusport-Interessierte für die B.E. gewinnen und zu aktiver Mitarbeit motivieren.

Die B.E. geht in's Internet

So gewann er auch den erst 1998 in die B.E. eingetreten heutigen 1. Vorsitzenden, Dr. Stefan Schmidt für die aktive Mitarbeit als Beisitzer und unterstützte unter anderem die Idee einer eigenen Internet-Präsenz der B.E., welche schließlich im Februar 2001 unter der Adresse www.einzelpaddler.de das Licht der Welt erblickte. Aufgrund der sehr positiven Wirkung der eigenen Internetseiten im Hinblick auf ein modernes Image der Bayerischen Einzelpaddler sowie insbesondere auch auf die Gewinnung neuer Mitglieder wurde die Präsentation in den elektronischen Welten in den Folgejahren laufend ausgebaut und modernisiert. Heute ist die B.E. nicht nur über zwei Adressen (seit 2006 auch über www.einzelpaddler-bayern.de) mit der 3. Generation ihrer „Homepage“ (nunmehr auf Basis eines Content-Management-/ Redaktions-Systems) im Internet vertreten, sondern (seit 2011) auch in den sozialen Netzwerken facebook sowie google+ mit einer „Einzelpaddler“-Gruppe. Im Jahr 2004 wurde eine Modernisierung des B.E.-Wimpels in Form einer behutsamen Überarbeitung vorgenommen, welche dem „B.E.-Wandervogel“ mehr Raum einräumte und die kryptischen Vereinsinitialen „B.E.“ durch den Schriftzug „Bayerische Einzelpaddler-Vereinigung e.V.“ am unteren Rand des Wimpels ergänzte. Bei der Ausarbeitung des Entwurfs wurde Herbert Knoll von Hermann Siebold unterstützt, einem befreundeten Paddler der Kanuabteilung des MTV München.

Im Jahr 2005 übergab Herbert Knoll schließlich eine hervorragend aufgestellte Einzelpaddler-Vereinigung an seinen Nachfolger und wurde von der B.E. am 11. März 2005 mit einem Festabend, diesmal im Grünen Saal des Augustiner Bräus in München, geehrt. Wieder kamen weit mehr als 100 Einzelpaddler und Gäste von nah und fern, um einen weiteren, weit über die Grenzen der B.E. hinaus bekannten und geschätzten 1. Vorsitzenden feierlich zu verabschieden – auch wenn Herbert Knoll die B.E. und den BKV in seinem „Unruhestand“ bis zum heutigen Tag in verschiedenen Funktionen weiter aktiv unterstützt. So hat Herbert Knoll (unter anderem) über mehrere Jahre hinweg das Archiv des Bayerischen Kanu-Verbandes im Rahmen des speziell hierfür gegründeten "Vereins Bayerische Kanugeschichte" aufgebaut und betreut. Die Einrichtung dieses Archivs wurde übrigens auf Initiative von B.E.-Altvorstand Manfred Grübl und auf Antrag der Bayerischen Einzelpaddler-Vereinigung im Rahmen des Bayerischen Kanutages am 5. März 2005 in Buchenberg/Allgäu vom Verbandsausschuss einstimmig beschlossen.

Neue Akzente

Mit dem erneut reibungslosen Generationswechsel und der Wahl einer stark verjüngten sowie teilweise neu besetzten Vorstandschaft unter Dr. Stefan Schmidt hielten wieder einmal neue Ideen und frische Initiativen Einzug in das etablierte Vereinsleben. Insbesondere die Ausbildungs- und Jugendarbeit unter dem Jugendwart Christof Waldecker nahm richtig Fahrt auf – egal, ob bei den Jugendanfängerschulungen, den einwöchigen Jugendgepäckfahrten, dem inzwischen traditionellen Insel-Jugendwochenende auf der „Großen Birke“ im Staffelsee oder dem winterlichen Eskimorollen-Training in der Schulschwimmhalle an der Flurstraße in München-Haidhausen.

Überhaupt wurde das „Serviceangebot“ für die B.E.-Mitglieder generell ausgebaut und modernisiert. Neben das seit Anfang 2000 offiziell unter „B.E.-Paddelblatt“ firmierende vierteljährliche Informationsschreiben für die Mitglieder traten 2006 der B.E.-Fotokalender mit den schönsten eingesandten Kanubildern sowie die 2008 erstmals aufgelegte kleine Kollektion hochwertiger Vereinskleidung. In der Mitgliederwerbung wurden ebenfalls neue Wege beschritten: So ist die B.E. seit 2005 regelmäßig mit einem eigenem Info-Stand bzw. einer Plakatwand auf Freizeit- und Sportmessen wie der „C-B-R“ bzw. deren Nachfolgerin „f.re.e“ (seit 2009) in München (sowie zeitweise auch auf der Kanumesse in Nürnberg) vertreten. Seit 2006 gibt es einen eigenen, professionell und farbig gestalteten, „B.E. Info-Flyer“. Außerdem nutzt die B.E. verstärkt den eigenen Internetauftritt sowie E-Mail-Adressen für Mitglieder unter „einzelpaddler.de“ zur Eigenwerbung, Imagebildung und Bereitstellung von elektronischen Dokumenten – bis hin zu einem ausfüllbaren pdf-Aufnahmeantrag für Paddler, die an einer Mitgliedschaft interessiert sind.

Der besten Werbeträger für die B.E. waren und sind jedoch die Mitglieder, welche sich mit unerschütterlicher Treue sowie hohem Engagement bis an ihr Lebensende stolz zu den „Bayerischen Einzelpaddlern“ bekennen. Der Vereinsausschuss nahm die steigende Zahl langjähriger Mitglieder im Jahr 2006 konsequenterweise zum Anlass, die Ehrenordnung der B.E. um eine „Ehrentafel“ für 50-jährige Mitgliedschaft sowie um einen „Ehrenbrief“ für nachfolgende Jubiläen nach oben hin zu öffnen. Und so konnte die B.E. im 50. Jahr ihres Bestehens bereits den ersten Ehrenbrief für 60 Jahre Einzelmitgliedschaft im Bayerischen Kanu-Verband an Emil Linse aus Augsburg verleihen.

Die sesshafte Seite der B.E.

Auch bei den B.E.-„Immobilien“ hat sich in den letzten Jahren einiges getan: Im Herbst 2005 wurde ein eigener Lagerschrank im Archiv des „Vereins Bayerische Kanugeschichte“ angemietet. Im März 2007 wurde dann die (in den Vorjahren bereits in die rückwärtige, östliche Hälfte der Halle 34 in Block C umgezogene) Bootshalle an der Regattastrecke Oberschleißheim gegen eine Halle der Rennsportabteilung des MTV München getauscht. Schließlich zogen die B.E. am 24. März 2007 in die seeseitige (westliche) Hälfte der Halle 30 um, deren rückwärtige Hälfte nach dem Auszug der bisher dort untergebrachten Bogenschützen am 12. Oktober 2008 ebenfalls übernommen werden konnte. Nach Untervermietung eines Teils der rückwärtigen Hälfte an den MTV stehen den Mitgliedern der B.E. somit aktuell 120 m² (anstatt der ursprünglichen 72 m²) Hallenfläche zur Lagerung von Booten zur Verfügung. Zwei Jahre später, im Februar 2010, nutzte die B.E. darüber hinaus die sich bietende Gelegenheit, im Obergeschoss des Hallenblocks einen kleinen Büroraum anzumieten und zur Mitnutzung an den Regattaverein unterzuvermieten.

Aktive Mitwirkung in den Dachverbänden

Selbstverständlich hat sich die B.E. in all den Jahren auch an den Aktivitäten des Bayerischen Kanu-Verbandes insgesamt aktiv beteiligt und einige Verbandsfunktionäre gestellt – genannt werden sollen hier stellvertretend Karl Ramsteiner, BKV-Vizepräsident Freizeit und Kanuwandersport von 1978 bis 1991 sowie Heinz Mentgen, BKV-Vizepräsident Finanzen von 2003 bis 2004. Trotz ihrer individuellen Grundhaltung haben sich die Bayerischen Einzelpaddler stets als integraler Bestandteil der großen Kanufamilie gesehen und sich sowohl personell als auch finanziell maßgeblich in wichtige Aktivitäten der Kanuorganisationen eingebracht (neben der Isarregatta z.B. bei der „Tour International Danubien“/TID und der Agnes-Bernauer-Gedächtnisfahrt sowie mit Spenden zur DKV-Hochwasserhilfe an der Elbe 2002 und 2008/2009 zur Sanierung der Toilettenanlage auf der „Großen Birke“ im Staffelsee).

Weiter haben einzelne B.E.-Mitglieder den Kanusport durch neue und innovative Ideen bereichert und deren Umsetzung auch aktiv vorangetrieben. Beispiele hierfür sind neben der Einrichtung und dem langjährigen Betrieb der „Kanu-Infobank“ als zentrale Sammlung von Kanusport-Revierbeschreibungen im In- und Ausland durch Joachim Hermann (von 1996 bis 2007) auch die Initiativen der jeweiligen B.E.-Vorsitzenden zur Gründung des „Vereins Bayerische Kanugeschichte“ im Jahr 2005 sowie eines „BKV-Umweltfonds“ im Jahr 2007.

Eintreten der B.E. für die Natur und frei fliessende Gewässer

Vor allem muss an dieser Stelle ausdrücklich das kontinuierliche und konsequente Eintreten der B.E. für den Schutz und Erhalt unserer Gewässer erwähnt werden: Egal ob durch zahlreiche und aktive Teilnahme an entsprechenden Protestveranstaltungen (wie z.B. seit mindestens 1994 für den Erhalt der frei fließenden Donau zwischen Straubing und Vilshofen), die seit 1989 fortwährende Zusammenstellung von Fachliteratur-Fundstellen zu Stör- und Schadursachen in Bezug auf die Fisch- und Vogelpopulation an Gewässern durch Klaus Deichl oder die Ausarbeitung qualifizierter Stellungnahmen gegen die Einschränkungen des Gemeingebrauches auf unseren Gewässern – die B.E. waren und sind immer dabei, wenn es gilt, ein ausgewogenes Miteinander von Naturschutz und Kanusport zu verteidigen.

Die B.E. - 50 Jahre jung

Damit sind wir am Ende unserer Reise durch die Geschichte der B.E. angelangt. Auch für das 50. Jahr ihres Bestehens hatten sich die Bayerischen Einzelpaddler einiges vorgenommen: Unter dem Motto „50 Jahre Bayerische Einzelpaddler – 50 km Isar“ trafen sich am 29.04.2012 insgesamt rund 25 B.E.-Mitglieder zu einer Isarregatta-Gedächtnisfahrt anlässlich unseres Vereinsjubiläums und befuhren die historische Strecke von Bad Tölz bis zum Bruckenfischer in Schäftlarn bzw. zur Floßlände in München-Thalkirchen.

Am Wochenende vom 28.-30.September 2012 schließlich luden die Bayerischen Einzelpaddler Mitglieder, Freunde und Förderer zur Jubiläumsveranstaltung an die Regattastrecke nach Oberschleißheim ein – zu einem gemeinsamen Wochenende mit Wanderfahrten auf den Flüssen des Münchener Nordens und einem feierlichen Jubiläumsabend (inkl. Vorstellung der Vereinschronik) im Festzelt vor der B.E.-Bootshalle am Samstag. Rund 140 Mitglieder und Gäste - darunter der amtierender und der Ehren-Präsident des BKV sowie der DKV-Präsident, Thomas Konietzko, folgten der Einladung und feierten gemeinsam den erfolgreichen Abschluss des ersten halben Jahrhunderts "Bayerische Einzelpaddler".

Ausblick

Der Vereinsausschuss der B.E. ist davon überzeugt, dass die B.E. trotz ihrer langen und bewegten Historie sowie der Altersstruktur ihrer Mitglieder eine jung gebliebene, agile und zukunftsfähige Gemeinschaft geblieben ist. Auch in den kommenden 50 Jahren wird die B.E. als integraler Bestandteil des Bayerischen Kanu-Verbandes daran arbeiten, Individualität und Gemeinsinn ihrer Mitglieder zum Wohl des Kanusports insgesamt zu verbinden.

Nachlese BE-Jubiläumsfeier

Am 29.September 2012 war es endlich soweit: Ein Jahr der Vorbereitungen sollte in einem gelungenen Fest seine Vollendung finden.

Ab Freitag, den 28.09.12 ist die Akutphase geplant. Um 10.00 Uhr an der Ruder-Regattastrecke in Unterschleissheim wollten wir uns treffen. Es fängt schon damit an, dass wir uns verspäten. Es geht auch gleich gut weiter: Der geplante Zeltplatz rechts von der Zufahrt zur Regattastrecke ist nicht verfügbar, nicht gemäht usw. Also der linke Platz, nicht so ruhig, aber gemäht und näher an den Sanitärräumen, auch ok. Aber die vorbereiteten Infozettel für alle Camper stimmen halt nicht, also neue Schilder und Hinweise malen, Pfeile in die andere Richtung und weiter geht’s. Es müssen noch Gläser vom Verleiher abgeholt werden, natürlich mitten in München, kein Problem am Freitag Mittag. Doris macht sich auf die Irr-Fahrt, sie kommt wohl nicht so bald wieder. Wir sind jetzt zu viert, machen uns auf den Weg zum Veranstaltungszelt. Schön groß und solide hält es bestimmt auch einem stärkeren Regen statt. Natürlich wird es nicht regnen, aber wenn, dann.....!

Wir möchten gerne das Zeltdach mit Kreppbahnen dekorieren und das muss passieren, bevor Tische und Bänke aufgestellt werden. Hat sich aber schnell erledigt, das Dach ist innen klatschnass vom Tauwasser. Keine Chance für Krepp! Dann halt nicht. Also nur die Seitenwände dekorieren, ist einfacher, vor allem kann gleich mal die Bühne aufgebaut und die Platzierung der Tische und Bänke ausprobiert werden. Mittlerweile sind noch etliche Helfer gekommen, es vergeht der Nachmittag. Der Koch ist auch schon fleißig, es riecht lecker. Mittlerweile kommen auch schon die ersten Wohnwagen und Wohnmobile und auch ein paar Zelte werden aufgebaut. Das Wetter ist schön, für Ende September richtig heiß. Das bekommen vor allem die Mitwirkenden der Jugendgruppe zu spüren, die im Zelt ihren Auftritt proben. Am frühen Abend ist alles soweit klar, alles was jetzt noch zu tun ist, bleibt für Samstag früh! Noch mal den Wetterbericht gecheckt, immer noch schlechtes Wetter angesagt, natürlich nur für Samstag abends.

Samstag früh geht’s gleich rund, die Fahrtenteilnehmer finden sich um 9 Uhr zur Besprechung der heutigen Fahrt ein. Jetzt nieselt es natürlich! Das schlechte Wetter hat wohl doch den einen oder anderen vom Kommen abgehalten. Es fahren nur knapp 30 Paddler auf der Isar von Marzling nach Moosburg anstatt der angemeldeten 75. Die Bootfahrer sind gut weggekommen, jetzt  müssen die Tische dekoriert, die Kassen hergerichtet, Sektgläser für den Sektempfang, die Tombola aufgebaut, die Küche organisiert werden, und und und. Es treffen noch mehr freiwillige Helfer ein, für jeden findet sich was zu tun.

Zwischenzeitlich ist das Festzelt fertig gerichtet, der Getränkewagen ist aufgebaut und alles installiert. Es regnet immer stärker, als auch schon gegen 16.00 Uhr die ersten Gäste eintreffen. Leider ist es auch kalt geworden, aber wir möchten gerne den Zeltbetrieb erst kurz vor dem offiziellen Beginn aufnehmen. „Il Präsidente del BE“ist noch nicht aufgetaucht, er feilt wohl noch panisch an den letzten Ecken und Kanten seiner Rede. Es werden immer mehr Gäste, die auf den Einlass im Zelt warten, es ist eiskalt und regnet immer stärker. So beginnen wir erst mal mit dem Ausschank von Sekt und O-Saft. Die zeit ist so schnell vergangen, jetzt wollen alle rein, sich setzen. Alles ist perfekt durch Doris und Herbert organisiert, sie haben für die angemeldeten Besucher Platzkarten gemacht und mit viel Mühle die Tischbelegung zusammengestellt. Erst staut es sich etwas am Eingang des Zeltes beim Verkauf der Bons, aber als weitere Verkaufs-Hilfe eintrifft, regelt sich das und geht wesentlich schneller. Dank der ausgehängten Platzübersichten finden alle schnell ihre Tische und harren der Dinge.

Fast pünktlich begrüßt Schorsch Hammerstingl die Ehrengäste und alle Anwesenden. Er gibt eine kurze Übersicht über den Verlauf des Abends, vor allem, wo es zum Essen geht und wo die Lose für die Tombola erworben werden können. In relativ kurzer Zeit haben sich alle mit Abendessen und Getränken versorgt, die Küche funktioniert prima.

Als es dunkel wird, müssen wir feststellen, dass wir an eines nicht gedacht haben: Dixie-Häuschen haben keine Beleuchtung! Aber mit Hilfe einiger Knicklichter wird auch dieses Problem gelöst.

Nachdem alle Hungrigen gesättigt sind, kann auch der offizielle Teil mit der Begrüßung durch Dr. Stefan Schmidt und den Reden der Präsidenten von DKV und BKV, Thomas Konietzko und Oliver Bungers beginnen. In einer launigen Ansprache würdigt Thomas Konietzko vor allem das große Engagement der Bayerischen Einzelpaddler Vereinigung. Auch auf die nicht immer einfachen Sitzungen mit Vertretern der B.E. geht er ein, gleichwohl seien diese immer konstruktiv und ergebnisorientiert. Auch Oliver Bungers spricht mit großer Aufrichtigkeit über die gesamte B.E., er würdigt auch die Einzelleistungen der vielen ehrenamtlich Tätigen, ohne die ein aktives Vereinsleben nicht möglich ist.

Es folgt eine sportliche Jazz-Dance-Einlage durch die Tanzsportabteilung des TSV Allach mit Johanna Challier. Nach einer Viertelstunde perfekter Choreographie unterlegt mit heißen Rhythmen sind die Mädchen am Ende ihrer Vorstellung angelangt und und dürfen jetzt auch den Abend nach der vorherigen Aufregung genießen.

Anschließend die Ehrungen der verdienten und langjährigen Mitglieder der Bayerischen Einzelpaddler, besonders erwähnenswert ist die Ehrung von Doris Schmidt mit der Verbandsverdienstnadel.

Auch die vielen Helfer und Helferinnen, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben, werden von Dr. Stefan Schmidt mit Lob und Dank bedacht. Hier muss herausragend das Engagement und die viele, viele Arbeit im Hintergrund durch Doris Schmidt erwähnt werden. Auch Herbert Knoll muss aus der Masse der Helfer herausgehoben werden, ohne ihn und seine unermüdliche Mitarbeit wäre vieles heute Abend nicht so gut gelungen. So erhalten die Damen alle einen Blumenstrauß als Anerkennung für ihre Mithilfe.

Nun erfolgt auch die Vorstellung der Vereinschronik, die einen Großteil der Freizeit des vergangenen Jahres einiger B.E.-Mitglieder verschlungen hat. Allein die Aufrufe an alle Mitglieder um Fotos aus dem bewegten Vereinsleben, das Sortieren der eingegangenen Bilder, Texte, Anekdoten und Kuriositäten, Layout, usw. usw. Wir alle sind sehr gespannt, was aus den Rohstoffen entstanden ist: Ein sehr stilvoll in hellblaues Leinen gebundenes Buch voller Erinnerungen. Viele erwerben gleich an Ort und Stelle eine Chronik, man ist voll des Lobes. Beim ersten Überfliegen des Inhaltes entdeckt sich mancher im Fototeil, es ertönt Gelächter ob der alten jungen Gesichter und vor allem die Boote! Mancher wird auch nachdenklich, wenn er einen Bekannten entdeckt, der nicht mehr unter uns ist.

Nach einer kurzen musikalischen Auflockerung erfolgt nun die von allen mit Spannung erwartete Verlosung der Tombola-Preise. Den ganzen Abend über wurden die präsentierten Gewinne immer wieder von den Gästen besichtigt. Zu gewinnen gibt es u.a. zwei Prijon-Paddel, wasserdichte Packtaschen von Ortlieb, Rucksäcke von Andechser, Paddeljacken und eine Spritzdecke von Kanu-Grabscheid und vieles, vieles mehr. Der Hauptgewinn, ein Einkaufsgutschein im Wert von € 250.- kommt von Karl Kaiser.

Nachdem es phasenweise zu einem richtigen Gedränge beim Losverkauf kommt, ist es an der Zeit, dass Stefan Schmidt mit Hilfe einer Glücksfee die Ziehung der glücklichen Gewinner vornimmt. Eigentlich ist vorgesehen, dass nur die 3 Hauptgewinne verlesen und ans Podium gebeten werden, aber nachdem es allen so viel Spaß beim Zuschauen macht, werden alle Preise einzeln verlesen und die Gewinner zur Überreichung ans Podium gebeten. Es gibt noch eine Riesengaudi, als der Hauptgewinn an Resi W., eine Helferin und geoutete Nichtpaddlerin geht.

Nach einer weiteren musikalischen Einlage folgt nun der Auftritt der B.E.-Jugend mit ihrem Regentanz. Der Name ist Programm, es regnet und regnet. Aber auf diesem Hintergrund ist ja schließlich der Tanz der Jugend entstanden, wird schon helfen. Es wird ganz ruhig im Zelt, als die Tanzteilnehmer in einer langen Reihe leise beim Zelteingang hereinkommen, nur von Rasseln und dem mystischen Klang eines Didgeridoos begleitet. Die Teilnehmer sind in Paddelklamotten, mit Schwimmwesten, Hüten, stilvoll angetan, nehmen Aufstellung auf der Bühne und tragen ihre Darbietung vor. Stefan Schmidt ist so gut unter seinem Hut verborgen, dass ihn seine eigene Mutter nicht erkennt.... Die Gruppe erhält großen Applaus und macht Platz auf der Bühne für Schorsch Hammerstingl, der weitere Hinweise für den nächsten Tag zum Fahrtenprogramm gibt.

So ist plötzlich ein Großteil des Abends vergangen, die Musik lädt noch für einige Tänze ein, es werden allmählich weniger Gäste im Zelt. Wie schon im Programm erwähnt, jetzt ist der gesellige Ausklang mit „Open End“. Wir sind alle froh, dass es so gut gelungen ist, nur das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber es sind ja alles Paddler, keine Zuckerpüppchen.

Als sich dann spät nachts das Zelt leert, finden sich die üblichen Verdächtigen an ein, zwei Tischen zusammen und lassen den Abend Revue passieren. Es wird noch viel gelacht und erzählt. Als auch die Letzten zurück zu ihren Wohnwagen und Zelten gehen, hat es doch glatt aufgehört zu regnen – der Regentanz wirkt also doch!

Am Sonntag-Morgen findet das Treffen der Paddler zur Morgenbesprechung aufgrund des langen Abends erst um 09.30 Uhr statt. Das Wetter lässt zu wünschen übrig, aber es fahren doch 16 Bootfahrer los auf die Amper von Dachau bis Fahrenzhausen. Wir anderen lassen den Tag auch etwas ruhiger angehen, frühstücken erst mal gemütlich und treffen uns dann im Zelt zum Aufräumen. Wider jeder Erfahrung bei anderen Veranstaltungen sind so viele Helfer zum Abbau da, es ist eine Freude! Auch die Jugend ist da und hilft tatkräftig mit, wir sind schon am frühen Nachmittag fertig. Doris lädt alle Helfer noch zu Kaffee und Kuchen ein, die Reste des gestrigen Desserts werden auch zum Abschuss frei gegeben.

Ein Jahr der Planung und Vorbereitungen ist vergangen, was machen wir jetzt mit der vielen freien Zeit?

Herzliche Grüße an alle Paddler und Paddlerinnen

Sissi Waldecker

  • B.E. im Kanumagazin